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Tiroler Rheumatag am 20. Februar in Innsbruck


Tiroler Rheumatag am 20. Februar in Innsbruck
In Tirol leiden zirka 180.000 Menschen an schmerzhaften Beschwerden des Bewegungsapparates, davon etwa 110.000 Menschen an Arthrose, 60.000 an Osteoporose sowie 15.000 an chronischer Polyarthritis und Morbus Bechterew mit oder ohne Anzeichen im Röntgen. Diese Erkrankungen werden durch eine Störung des Immunsystems verursacht. Zahlreiche PatientInnen leiden an mehreren rheumatischen Erkrankungen gleichzeitig und / oder sind von damit verwandten Krankheitsbildern z.B. des Darms oder der Augen betroffen. „Generell gilt: Das Risiko, irgendwann im Laufe des Lebens an einer Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparats zu erkranken, liegt bei 70 bis 80 Prozent“, betont der Initiator des Tiroler Rheumatages, Univ.-Prof. DDr. Manfred Herold, Univ.-Klinik für Innere Medizin 1, Abteilung Rheumatologie, Universitätsklinik Innsbruck. „Zwar gilt Rheumaschmerz immer noch häufig als Alterserscheinung, tatsächlich sind jedoch vielfach bereits junge Menschen und sogar Kinder betroffen. Es sind keine „Alte Leute“ Erkrankungen“ Seit einigen Jahren profitieren die Betroffenen von neuen Forschungsergebnissen in der Rheumatologie, sowohl was die Diagnose- als auch die Therapiemöglichkeiten betrifft. „So kann zum Beispiel die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis frühzeitig gestellt und somit die Therapie zügiger begonnen und diese dem Therapieziel Entzündungsfreiheit entsprechend angepasst werden. Damit können Gelenkszerstörungen und Invalidität verhindert werden.“ Eine weitere Errungenschaft sind „Moderne Medikamente!“ die sogenannten TNF Blocker. Bereits bei einem Drittel der Patienten sind die Ärzte heute in der Lage – durch den Einsatz dieser potenten Therapien - einen kompletten Krankheitsstillstand zu bewirken.

Wichtig ist, rasch mit einer individuell abgestimmten Therapie zu beginnen: Nur moderne Medikamente greifen ins Krankheitsgeschehen ein und verhindern die Zerstörung der Gelenke. „Die Diagnose und auch das Monitoring des Krankheitsverlaufs gehören in Spezialistenhand zum Rheumatologen. Denn jede Verzögerung des Therapiebeginns kann schon innerhalb von Wochen ernsthafte Gelenkschäden hervorrufen, die im Extremfall zu Arbeitsunfähigkeit oder Frühpensionierung führen können“, erklärt Prof. Herold. Die Entscheidung für eine Behandlung der Erkrankung sollte dabei zwischen Patient und Arzt gemeinsam getroffen werden. Hauptziel sollte es sein, die Entzündungsaktivität zu stoppen. Aus diesem Grund ist ein regelmäßiges Monitoring durch einen Facharzt für Rheumatologie so wichtig, denn nur dieser hat die Möglichkeit abzuklären, ob nicht eine vorhandene Entzündung weiterhin im Verborgenen die Gelenke. Entscheidend ist über seine Erkrankung möglichst gut Bescheid zu wissen.

Aufklärung ist die Voraussetzung für rechtzeitigen Therapiebeginn. Aus diesem Grund veranstaltet Univ. Prof. DDr. Herold bereits zum 9. Mal den Rheuma-Info-Tag in Innsbruck. Auf dem Programm stehen Vorträge namhafter Experten: „Schmerzen ohne Ende“ von Dr. Andrea Österbauer (FÄ für Innere Medizin, KH Hochzirl), „Halux valgus“ von Dr. Wolfgang Dialer (FA für Orthopädie, Kufstein), „Gicht und Ernährung“ von Dr. Judith Sautner (FÄ für Innere Medizin, KH Stockerau, NÖ), „Bewegungstherapie im Alter trotz Rheuma?“ von Wolfgang Halder (FA für Innere Medizin, Hochzirl), „Rheuma bei Darmproblemen“ von Peter Oswald, (FA für Innere Medizin, KH Kufstein) sowie „Was tun bei Osteoporose?“ von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Gasser, KH Innsbruck. Der Eintritt ist frei.

Fotocredit: ©Sebastian Kaulitzki/Fotolia.com

Presseinformation Jänner 2013



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