Agentur für Gesundheit und Kommunikation

AKTUELLES



Leben mit Lungenkrebs - Nachbericht der Pressekonferenz


Leben mit Lungenkrebs - Nachbericht der Pressekonferenz
Neue Kampagne "Mehr Momente zählen"
 
Lungenkrebs ist die häufigste Krebsdiagnose beim Mann und die zweithäufigste bei der Frau. Durch die Einführung innovativer Tumortherapien kann die Überlebenszeit bei guter Lebensqualität deutlich verlängert werden. Unter dem Motto "Mehr Momente zählen" präsentiert das Lungenkrebsforum Austria gemeinsam mit dem pharmazeutischen Unternehmen MSD eine neue Kampagne, die für PatientInnen und deren Angehörige wertvolle Informationen zur Erkrankung zur Verfügung stellt. Die zentrale Botschaft lautet: Jeder Augenblick des Lebens ist kostbar und sollte bewusst genossen werden!
 

Innovative Therapien 
Lange Zeit standen zur Behandlung von Lungenkrebs Chemo- und Strahlentherapie sowie Chirurgie zur Verfügung – mit relativ bescheidenen Behandlungserfolgen. In den letzten Jahren revolutionierten zwei neue Ansätze das Therapiespektrum: Die sogenannte personalisierte Therapie (in Tablettenform) richtet sich gegen bestimmte Mutationen (z.B. EGFR oder ALK), welche über eine Aktivierung von Rezeptoren die Vermehrung von Krebszellen induzieren. "Werden die Rezeptoren durch Medikamente gezielt blockiert, können sich die Tumorzellen nicht mehr teilen", erklärt OA Dr. Rainer Kolb, Facharzt für Lungenheilkunde, Abteilung für Lungenkrankheiten, Landesklinikum Wels-Grieskirchen. Die personalisierte Therapie ist derzeit nur für eine kleine Patientengruppe (Träger nachweisbarer Mutationen: insgesamt etwa 15 Prozent aller Lungenkrebsfälle) geeignet. Limitierender Faktor ist darüber hinaus die Entwicklung von Resistenzen gegen die Therapie. 
Noch wesentlich interessanter ist die seit 2017 zugelassene Immuntherapie (als Infusion im Dreiwochenintervall über zwei Jahre), die mittlerweile für fast alle Patienten infrage kommt. Zugelassen sind aktuell drei Antikörper-Präparate (Pembrolizumab, Nivolumab und Atezolizumab). Sie töten den Tumor nicht ab, sondern aktivieren das Immunsystem so, dass es den Tumor wieder als fremd erkennt und dementsprechend bekämpft und abbaut. Bis dato gibt es keine Hinweise darauf, dass sich unter Immuntherapie Resistenzen entwickeln.

Deutlich verlängerte Überlebenszeit 
Durch die Immuntherapie wird eine Verdoppelung der Gesamtüberlebenszeit erreicht, wenn sie in der zweiten Linie nach Chemotherapie eingesetzt wird. Seit kurzem wird die Immuntherapie bereits in der Erstlinie mit Chemotherapie kombiniert. Es ist zu hoffen, dass mit dieser Strategie Überlebenszeiten von median drei bis fünf Jahren realisiert werden können und die Zahl an Langzeitüberlebenden steigen wird. Mittlerweile gibt es bereits Patienten, die vier Jahre unter Immuntherapie leben – derartige Erfolge waren mit bisherigen Optionen unerreichbar. Die erreichbaren Überlebenszeiten sind bei einigen Betroffenen bereits so lange, dass Experten sogar eine Heilung für vorstellbar halten. Hervorzuheben ist darüber hinaus, dass die neuen Therapien deutlich besser verträglich sind  und den Betroffenen eine gute Lebensqualität ermöglichen.

Positive volkswirtschaftliche Effekte
Die Preise für innovative Therapien sind zwar sehr hoch, allerdings sollten in einer umfassenden Kosten-Nutzen-Diskussion neben den reinen Medikamentenkosten auch andere Faktoren im Sinne einer Umwegrentabilität berücksichtigt werden. Wichtigster Aspekt dabei: "Innovative Krebstherapien mit guter Wirksamkeit und Verträglichkeit tragen wesentlich dazu bei, gesundheitlich beeinträchtigte Menschen im Erwerbsprozess zu halten bzw. früher wieder ins Berufsleben einzugliedern", betont Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit, Wirtschaftskammer Österreich. 

Selbsthilfegruppe bietet Unterstützung
"Das Lungenkrebsforum Austria verfolgt mehrere Ziele", berichtet Franz Buchberger, pensionierter Direktor der Polytechnischen Schule in Himberg. Er war selbst an Lungenkrebs erkrankt und hat nach seiner Heilung im Jahr 2006 die Selbsthilfegruppe gegründet. "Ziel des Vereins ist es, Menschen mit Lungenkrebs zu unterstützen, die Öffentlichkeit auf unsere Anliegen aufmerksam machen, Bewusstsein für die Krankheit schaffen und über die Möglichkeiten der modernen Diagnostik und Therapie informieren", so Buchberger. Ein fixes Angebot ist ein Treffen für Betroffene und Angehörige (jeden zweiten Mittwoch 16.30-18.30,  Café Landtmann/Biedermeierzimmer, Wien).

Forschung & Entwicklung & mehr
"Jährlich investiert MSD mehr als 20 Prozent des weltweiten Umsatzes in Forschung und Entwicklung, um Innovationen wie derzeit bei Lungenkrebs zu ermöglichen", berichtet Ana Argelich Hesse, Managing Director, Merck Sharp & Dohme GmbH. Aktuell laufen mehr als 700 immunonkologische Studien in über 30 Indikationen. Vor allem bei Lungenkrebs konnte in den letzten beiden Jahren eine deutliche Verbesserung im Überleben gezeigt werden. Neben der medizinisch-wissenschaftlichen Arbeit ist MSD auch die Verbesserung der Lebenssituation von Patienten und Angehörigen ein großes Anliegen. Deshalb wurde mit der Selbsthilfegruppe Lungenkrebs Austria die Kampagne "Mehr Momente zählen" initiiert. "Dabei geht es um die zentrale Botschaft an schwerkranke, aber auch gesunde Menschen, ihre Lebenszeit möglichst bewusst zu nutzen: die wertvollen Momente, die einem geschenkt sind, zu sammeln und mit Freunden und Angehörigen zu teilen – und so unsere ‚Erinnerungsgläser‘ aufzufüllen", so Carina Schaupp, MSc , Brand & Customer Manager Oncology, Merck Sharp & Dohme GmbH. 
 
Weitere Infos: 

http://www.lungenkrebsforum-austria.at
 
https://www.mehr-momente-zaehlen.at
 
Pressemappe der Pressekonferenz am 27. November
PDF-Download
 
Video:
https://www.youtube.com/watch?v=nPSnyrK8QgE&feature=youtu.be
 
Audiobeiträge vom Pressefrühstück: (kostenlose Registrierung für JournalistInnen)

Bilder vom Pressefrühstück, 27. November 2018 in Wien (© Thomas Maria Laimgruber):
 
Bildinformationen: 
Pressekonferenz Lungenkrebs, 27. November 2018. Im Bild v.l.: Dr. Martin Gleitsmann; Carina Schaupp, MSc; Ana Argelich Hesse und OA Dr. Rainer Kolb
Copyrights: Thomas Maria Laimgruber
 


 

Presseinformation November 2018
 


<< zurück zur Übersicht