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Krebsbehandlung in Österreich – Weltspitze punkto Qualität, große Patientenzufriedenheit, wichtige Verbesserungswünsche


Krebsbehandlung in Österreich –  Weltspitze punkto Qualität, große Patientenzufriedenheit, wichtige Verbesserungswünsche Sie zeigt unter anderem, dass die medizinische Versorgung bei Krebserkrankungen vom Großteil der Betroffenen positiv bewertet wird: zwei Drittel der indirekt Betroffenen – Personen, die einen krebskranken Angehörigen haben – und sogar 90 Prozent der selbst Betroffenen erachten die Behandlung von Krebskranken im Krankenhaus als sehr gut oder eher gut. „Die Hälfte aller Betroffenen stellt der Wirksamkeit bzw. Nachsorge ein positives Zeugnis aus“, betonte Mag. Silvia Bauernhofer, GfK Austria Healthcare. Auch diese Aspekte werden von Krebskranken signifikant besser beurteilt (sehr/eher gut: Wirksamkeit 80 %, Nachsorge 70 %) als von indirekt Betroffenen (51 % bzw. 48 %).

Hervorragender Behandlungsstandard


„Generell ist in Österreich für alle Tumorpatientinnen und -patienten ein hervorragender Behandlungsstandard gewährleistet“, bestätigte Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant, Präsident der ABCSG (Austrian Breast Cancer & Colorectal Study Group, www.abcsg.at) an der MedUni Wien. „Die freiwillige Teilnahme an Studien bringt noch zusätzliche Vorteile: Patientinnen und Patienten, die an klinischen Studien teilnehmen, haben eine deutlich bessere Prognose – auch dann, wenn sie dieselbe Therapie bekommen wie nicht in Studien einbezogene Betroffene.“ Ihre Lebensqualität und die Lebenserwartung erhöhen sich vor allem durch zahlreiche Kontrollmechanismen und eine konsequente Nachsorge sowie gegebenenfalls durch die Überlegenheit eines neuen Behandlungskonzeptes. Die ABCSG ist die größte österreichische Organisation, die international erfolgreich klinische Studien insbesondere bei Brust- und Darmkrebs, aber auch bei Lebermetastasen und Bauchspeichldrüsenkrebs durchführt. „Vorrangige Ziele sind es, die Diagnostik, Therapie und Nachbehandlung der genannten Krebserkrankungen österreichweit zu vereinheitlichen und den Betroffenen die bestmögliche, neuste Therapie zur Verfügung zu stellen“, so Prof. Gnant.

Wunsch nach mehr Aufklärung


Aufklärung und Information werden laut GfK-Bevölkerungsstudie als wichtigste Maßnahme zur Verbesserung der Lebensqualität von Tumorpatienten angesehen. „Die Initiative ‚Leben mit Krebs‘ bietet eine Fülle von Aktivitäten, um diese Bedürfnisse zu erfüllen“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Gabriela Kornek, Stellvertretende Leiterin der klinischen Abteilung für Onkologie, Medizinische Universitätsklinik Wien, Präsidentin des Vereins „Leben mit Krebs“. So findet am 27. April nach dem Motto „Krebs im Alltag – Diagnose, Therapie und was nun?“ im Wiener Rathaus der Krebstag 2013 mit einem umfassenden Vortragsprogramm mit namhaften Experten aus den Bereichen solide Tumore (Brustkrebs, Hautkrebs, Gebärmutterkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, etc.), Strahlentherapie, komplementäre Methoden (Akupunktur, Homöopathie) sowie Vorsorge, Bewegung und Ernährung statt. Weitere Infos sowie das Detailprogramm bietet die Initiative „Leben mit Krebs“ auf ihrer Website unter www.leben-mit-krebs.at. Im Nachhinein werden auch alle Vorträge kostenlos online zu hören sein. „Daneben vermittelt die Online-Plattform qualifizierte Patienten-Fortbildung – seriöse Gesundheitsinformation direkt und ohne ‚Filter‘ von Top-Experten an die Patienten als Unterstützung für ein optimales Arzt-Patienten-Gespräch“, so Prof. Kornek. Die Website stellt auch aktuelle Fortbildungsangebote für Ärzte bereit.

Aufträge an die Regierung


Ungeachtet der generell hohen Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgungssituation in Österreich sind das Gesundheitssystem im Allgemeinen – gleichauf mit dem Schulsystem und weit vor dem Pensionssystem – sowie die Behandlung von Krebserkrankungen im Speziellen nach Ansicht vieler Österreicher Problembereiche, die von der Regierung mit hoher Priorität behandelt werden sollten. Schul- und Gesundheitssystem sind für jeden vierten Österreicher, unabhängig von der persönlichen Betroffenheit, auch für die Wahlentscheidung am maßgeblichsten.
63 Prozent der Bevölkerung wünschen sich, dass die Behandlung von Krebserkrankungen zur Priorität für das österreichische Gesundheitswesen werden soll. Im Vergleich dazu legen 60 Prozent die Priorität auf Herz-/Kreislauferkrankungen, 54 Prozent auf psychische Krankheiten und 48 Prozent auf Fettleibigkeit/Übergewicht. Personen, die von Krebserkrankungen direkt bzw. indirekt betroffen sind, weisen deren Behandlung erwartungsgemäß eine signifikant höhere Priorität zu (74 bzw. 71 %) als anderen Erkrankungen.
Vier von fünf Österreichern befürworten die Einrichtung eines zusätzlichen Fonds im Rahmen des medizinischen Versorgungssystems, aus dem die Krebsbehandlung und der Zugang zu modernen Therapien finanziert werden. Rund zwei Drittel der Bevölkerung sowie der indirekt Betroffenen und über 80 Prozent der Krebskranken sind der Ansicht, dass das Gesundheitssystem hohe Kosten der lebensverlängernden Behandlung von Krebs tragen sollte. „Jeder Krebspatient hat ein Recht auf eine wirksame Therapie bei optimaler Lebensqualität“, forderte Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Klinik für Innere Medizin, Klinische Abteilung für Onkologie, Medizinische Universität Wien „Sie soll – unabhängig seines finanziellen Status, seiner Religion und seiner Herkunft – für jeden Patienten in Österreich zugänglich sein. Je nach medizinischen Möglichkeiten im Spital oder auch zuhause.“

Fazit


„Wenn ich mir die Ergebnisse dieser Umfrage anschaue, dann kann man eigentlich nur eines sagen: die Krebsbehandlung in Österreich ist in den letzten Jahren zu einer Erfolgsgeschichte geworden“, resümierte Prof. Zielinski. 90 Prozent (!!) beurteilen die Behandlung, die ihnen zuteilwurde bzw. wird als sehr gut. Die Hälfte aller Betroffenen stellt der Wirksamkeit der verabreichten Therapie und der Nachsorge ein positives Zeugnis aus.
Und die Krebspatientinnen und -patienten in diesem Land sind mündig geworden; sie sind davon überzeugt, dass Aufklärung und Aufmerksamkeit ihre Lebensqualität stark verbessert und fordern das auch ein. Sie machen auf ihre Bedürfnisse aufmerksam und schaffen es tatsächlich, ihr Leben mit Krebs positiv und selbstbewusst zu meistern", betonte der Experte.

Links:


Verein “Leben mit Krebs”

Pressemappe als PDF

Fotos vom Pressefrühstück

Presseinformation April 2013



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