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Info-Tag: Entzündung im Darm?


Info-Tag: Entzündung im Darm?Ein Leben mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa kann von schweren Einschränkungen geprägt sein. Trotzdem vergehen oft Jahre bis zur richtigen Diagnose! – Infotag für Betroffene und Interessierte am 19. September, 14 bis 20 Uhr, im Panoramasaal im Landeskrankenhaus Feldkirch.

Häufige Durchfälle? Unterbauchschmerzen und Koliken beim Stuhlgang? Allgemeine Abgeschlagenheit und Fieber? Von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sind geschätzt ca. 80.000 Menschen in Österreich betroffen, in Vorarlberg schätzen die Experten die Zahl der Erkrankten auf ca. 800 - 1000. Die meisten haben einen fast vierjährigen Leidensweg hinter sich, bis ihre Erkrankungen – Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa – richtig diagnostiziert und therapiert wird. Krankheitsbeginn ist häufig das junge Erwachsenenalter.
CED sind lebenslängliche Erkrankungen, sie verlaufen meist schubförmig, die Abstände zwischen den Schüben können allerdings unterschiedlich groß sein und unter Umständen mehrere Jahre betragen. Da die Beschwerden oft als sehr beschämend erlebt werden, ziehen sich die Betroffenen zurück oder werden ausgegrenzt, wenn sie von ihrer Erkrankung berichten. Probleme in Familie und Beruf sind die Folge, die Lebensqualität nimmt deutlich ab. Durch die häufige Stuhlfrequenz wird der Alltag immer schlechter zu bewältigen, die Aktivitäten oft nach der unmittelbaren Verfügbarkeit von Toiletten geplant.

 

 

CED – Frühe Therapie verhindert Komplikationen

 

 

„Durch eine chronisch entzündliche Darmerkrankung kommt es im Leben des Betroffenen zu einem tiefen Einschnitt. Lebensqualität, Partnerschaft, berufliche Entwicklung, Karriere und soziale Kontakte – das gesamte Leben – werden durch die Krankheit beeinflusst", so OA Dr. Paul Peters, Internist und Leiter der Abteilung für Gastroenterologie im Landeskrankenhaus Feldkirch. „Daher liegt es in unserer ärztlichen Verantwortung durch eine Früherkennung und frühzeitiges therapeutischen Eingreifen den Krankheitsverlauf positiv zu verändern und insbesondere Komplikationen wie Fistelbildungen im Intimbereich, Abszesse, Verengungen bis zu Verschlüssen im Darm, tiefe Darmgeschwüre mit oft massiven Blutungen zu verhindern." Bei langjährigem unbehandeltem, schwerem entzündlichen Verlauf besteht auch ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs.

 

Neue Therapiekonzepte

 

 

Dank moderner Therapiekonzepte ist es gelungen, viele dieser schweren Komplikationen zu beherrschen bzw. vorrangiges Ziel ist es, durch eine frühzeitige Behandlung diese erst gar nicht entstehen zu lassen. Die Therapiepalette reicht von Kortisonpräparaten und Schmerzmitteln über Therapien, die das Immunsystem unterdrücken bis hin zu sogenannten Biologika. Diese Medikamentengruppen haben es möglich gemacht, diese doch oft sehr schwerwiegenden Erkrankungen beherrschen zu können.
Wichtig sei die Wahl des richtigen Schmerzmittels. „NSARs können Krankheitsschübe auslösen", so Dr. Peters. „Daher sind zur Schmerzsenkung eher Medikamente mit den Inhaltsstoffen NSAR zu vermeiden."

 

 

Entstehung nicht eindeutig geklärt

 

 

Warum chronisch entzündliche Darmerkrankungen entstehen, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Zahlreiche Faktoren - genetische, infektiöse, immunologische und psychologische – dürften involviert sein. Zwar ist die generelle Prädisposition für die Entwicklung einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung in den Genen zu finden, allerdings sind die Auslöser für die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems, das zur Entstehung dieser entzündlichen Veränderung der Darmschleimhaut führt, noch nicht eindeutig identifiziert. Rauchen erhöht das Risiko bei Patienten mit Morbus Crohn, weitere Schübe zu erleiden. „Rauchen bei Morbus Crohn ist eine echte Katastrophe", so Dr. Peters. „Das Risiko einen Krankheitsschub zu bekommen, ist bei Rauchern um 50 Prozent höher. Zudem wirken Medikamente wie beispielsweise Kortison schlechter."

Für Kasten:

 

 

Checken Sie Ihr Risiko

 

 

Weil eine möglichst frühzeitige Diagnose von so zentraler Bedeutung ist, hat die CED-Arbeitsgruppe des AKH Wien unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgruppe CED der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) in Zusammenarbeit mit UNIDATA GEODESIGN einen Fragebogen entwickelt, der Ärzten und Patienten eine praktische Hilfestellung in der Früherkennung von CED ermöglichen soll:
1. Besteht/bestand länger als 4 Wochen Durchfall (= mehr als 3 flüssige Stühle pro Tag) oder wiederholte Episoden von Durchfällen?
2. Besteht/bestand länger als 4 Wochen Bauchschmerzen oder wiederholte Episoden von Bauchschmerzen?
3. Besteht/bestand regelmäßig oder wiederholt über mehr als 4 Wochen Blut im Stuhl?
4. Bestehen/bestanden nächtliche Bauchbeschwerden wie Bauchschmerz oder Durchfall?
5. Besteht/bestand regelmäßig oder wiederholt über mehr als 4 Wochen schmerzhafter Stuhldrang?
6. Bestehen/bestanden Fisteln oder Abszesse im Analbereich?
Der CED-Check ist dann positiv, wenn mindestens eine der Fragen im Bereich 1 bis 6 mit ‘Ja’ beantwortet wurde. Dann sofort zum Arzt!
Weitere Infos www.ced-check.at

 

 

Leitsymptome Morbus Crohn

 

 

• Stuhlgang: dünnflüssig, breiig, mehrmals am Tag
• Bauchschmerzen: krampfartig, nach Nahrungsaufnahme, auch nachts
• Blähungen: schmerzhaft
• Fieber: Körpertemperatur steigt immer wieder über 38°C
• Auftreten von Fisteln (eitrige Verbindungsgänge vom Darm zu anderen Organen wie Haut, Blase, anderen Darmabschnitten, Scheide).
Auch außerhalb des Darms können Entzündungen auftreten, etwa an der Haut, an Gelenken oder an den Augen.

 

Leitsymptome Colitis ulcerosa

 

 

• Durchfall: schleimig, blutig mehrmals am Tag oder auch nachts
• Bauchschmerzen: krampfartig, im linken Unterbauch
• Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsverlust
• ev. Fieber: Körpertemperatur steigt immer wieder über 38°C
• allg. Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kurzatmigkeit

Quelle: www.netdoktor.at (Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Download: Broschüren Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)

 

Weitere Infos:

 

 

www.oemccv.at

 

Presseinformation September 2013

 



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