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Fischöl rettet Leben und reduziert Spitalsaufenthalte bei herzkranken Patienten
WIEN, 22. Oktober 2008 - Trotz ausgezeichneter wissenschaftlicher Datenlage werden die Kosten für ein lebensrettendes Arzneimittel hierzulande nicht von den Krankenkassen übernommen. Der Österreichische Herzverband kämpft seit vier Jahren vergeblich gegen diese Situation an.
Während in Deutschland, Großbritannien, Italien und Norwegen das Medikament aus hochkonzentriertem Fischöl bei gegebener Indikation längst auf Kosten der Krankenkassen erhältlich ist, müssen österreichische Patienten weiterhin ihre privaten Geldbörsen belasten. „Doch nicht jeder kann sich die monatlichen Behandlungskosten von 48 Euro leisten“, zeigte sich Helmut Schulter, Geschäftsführer des Österreichischen Herzverbandes, bei einer Pressekonferenz in Wien, besorgt. „Wer arm ist, muss früher sterben“, brachte er die Problematik auf den Punkt.Den wissenschaftlichen Hintergrund zu dieser Aussage lieferten namhafte Experten aus München, Wien und Innsbruck. Univ.-Prof. Dr. Günter Steurer, Kardiologe an der Universitätsklinik Wien, präsentierte die Daten zur Wirksamkeit von hochgereinigten, konzentrierten Omega-3-Fettsäuren bei Patienten nach Herzinfarkt. „In der groß angelegten GISSI-Präventionsstudie mit über 11.000 Teilnehmern führte die tägliche Gabe von einem Gramm pharmakologisch aufbereitetem Fischöl zu einer Reduktion der Gesamtsterberate um 20 Prozent, der kardiovaskulären Mortalität um 30 Prozent und des plötzlichen Herztods um 45 Prozent.“ Diese Daten wurden 1999 im renommierten Fachjournal „The Lancet“ publiziert und bildeten die Basis für die Kostenerstattung des geprüften Fischöl-Medikaments in den genannten Ländern.
„Die im August 2008 veröffentlichte GISSI-HF-Studie zeigte nun, dass auch Patienten mit Herzinsuffizienz von pharmakologisch aufbereitetem Fischöl profitieren“, betonte Univ.-Prof. Dr. Clemens von Schacky, Leiter der präventiven Kardiologie an der Universität München. „Sowohl die Gesamtsterblichkeit als auch der kombinierte Endpunkt Gesamtsterblichkeit und kardiovaskulär bedingte stationäre Aufnahmen konnten durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren gegenüber Placebo signifikant reduziert werden.“
Beide GISSI-Studien wurden nach strengsten wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt. In beiden Studien wurde das Fischöl-Medikament zusätzlich zur optimierten Standardtherapie eingesetzt und in beiden Studien lagen die Nebenwirkungsraten auf Placeboniveau. „Hochgereinigte, konzentrierte, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren sind effektiv und ausgesprochen gut verträglich“, fasste Prof. von Schacky die Datenlage zusammen. Sie haben eine stabilisierende Wirkung auf Zellmembranen, sie reduzieren den Sauerstoffverbrauch im Herzmuskelgewebe, sie wirken entzündungshemmend und greifen positiv in den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel ein. Der plötzliche Herztod, so Prof. Steurer, „wird von pharmakologisch aufbereitetem Fischöl effektiver verhindert als von allen anderen verfügbaren rhythmusstabilisierenden Medikamenten.“
Das in den GISSI-Studien geprüfte Präparat ist das einzige Fischöl-Produkt, das als Arzneimittel zugelassen ist. „Alle anderen derzeit am Markt befindlichen Fischöl-Präparate sind Nahrungsergänzungsmittel, die nicht alle die Qualitätskriterien hinsichtlich Reinheit und Konzentration erfüllen“, berichtete Univ. Prof. Dr. Christoph Ebenbichler von der Medizinischen Universität Innsbruck. „Wir haben neun der am Markt erhältlichen Omega-3-Produkte auf ihre Fettsäurekomposition getestet. Mit den meisten wird die empfohlene Tagesdosis von einem Gramm nicht erreicht, selbst wenn sie in der höchsten vom Hersteller angegebenen Dosierung verabreicht werden.“ Daher der Rat des Innsbrucker Wissenschafters: „Bei herzkranken Patienten nur ein Produkt verwenden, das höchsten Qualitätskriterien entspricht.“
Die Gabe von hochgereinigten, konzentrierten Omega-3-Fettsäuren ist bei Patienten nach Herzinfarkt in den Leitlinien aller großen internationalen kardiologischen Fachgesellschaften verankert. Für deren baldige Aufnahme in die Leitlinien zur Behandlung der Herzinsuffizienz setzten sich Experten international ein.
Der Herzverband bittet um Unterstützung, dass Herzinfarktpatienten dieses Medikament von den Kassen erstattet bekommen.
Pressemappe Omega-3-Fettsäuren gegen Herzinsuffinzienz und plötzlichen Herztod:
ZIP-Download (3 MB)Presseinfo Oktober 2008
